3. März - 7. April 2012




Friederike Hamann, Ayaka Okutsu, Paul Wiersbinski, Private Archive Rolf Keppler

Eingeladen von
Ulrike Gerhardt, Susanne Husse, Jana Sotzko

•The Hollow Earth Show•

Nachrichten zum Weltuntergang #2

Den Weltuntergang vor Augen, begeben wir uns mit der zweiten Ausstellung der Serie »Nachrichten zum Weltuntergang #2« in die Grauzonen der Wissenschaft. Mit »The Hollow Earth Show« wird die geläufige Vorstellung vom Leben auf der Erde von außen nach innen umgestülpt und gleichsam auf den Kopf gestellt. Was, wenn die Erde hohl ist und unser Dasein ein Tanz in der Blase? Nur selten bewegt sich unser Denken jenseits des Mainstreams autorisierter Diskurse. Das Schöpfen anderer Welten hat in der Kunst Tradition und könnte angesichts der prophezeiten Apokalypse und des Kollapses des herrschenden Systems von existenzieller Wichtigkeit sein.

Die Hohlwelttheorie ist eines der bekanntesten nicht-kopernikanischen Weltbilder und wurde im 19. Jahrhundert erstmals umfassend vom amerikanischen Arzt und Esoteriker Cyrus Teed formuliert. In ihrer zugleich radikalsten und reizvollsten Variante geht diese dabei über die Vorstellung der Erde als hohle Kugel (in deren Mittelpunkt z. B. Jules Verne reisen lässt) hinaus und siedelt die Menschheit auf der Innenseite des Planeten an. Trotz zahlreicher engagierter Schriften, Berechnungen und Messungen konnte sich das Innenweltbild nie durchsetzen, findet jedoch bis heute noch überzeugte Anhänger_innen. Eine der faszinierendsten Konsequenzen dieser monadischen Weltsicht ist die Vorstellung eines Eingeschlossenseins aller menschlichen Handlungen ebenso wie ihrer Abfälle, die ewig weiter im Inneren der Sphäre zirkulieren.

Das in der Ausstellung gezeigte Innenkosmos-Modell stammt aus der Privatsammlung des bekanntesten deutschen Vertreters der Hohlwelttheorie, Rolf Keppler (geb. 1954). In seiner für die Ausstellung entwickelten begehbaren Hollow Earth Installation organisiert der Künstler Paul Wiersbinski (geb. 1983) aus einfachen Bau- und Schrottmaterialien seine Interpretation der Innenwelt. Mit zeichenhaftem Bezug zur Erd- wie auch zur Hirnrinde, wird dieserart ein weiterer Raum im Raum, eine Schutzzone für teils verquere, teils subversive Weltentwürfe angeboten. Das Äußere der Cortex wird zur Projektionsoberfläche für die Gespräche des Künstlers mit Hohlweltvertreter_innen. Zudem zeigen Paul Wiersbinski und Wieland Schönfelder am Eröffnungsabend die 15-minütige Performance One Man Unit. Ein mit Webclips und mobilen Projektionen ausgerüstetes Mischwesen lässt seine räumliche Umgebung zum Holodeck werden und konstruiert mit visuellen Informationen Brücken in eine andere Realität.

Auf dem Senefelderplatz vor dem Ausstellungsraum realisiert die japanische Künstlerin Ayaka Okutsu (geboren 1982) am Eröffnungsabend sowie jeden Samstag-Nachmittag um 17 Uhr ihre 30-minütige Performance Doggy digger. Als kostümierter Hybrid aus Schäferhund und Recyclinganlage, überwacht und dirigiert sie die Besucher_innen in einem eigens angelegten Parcours. Im Zuge dieser Performance untersucht sie die Verflechtung von Subjekten, Wissen und Macht und verwendet Symbole für die Absurdität und den Überschuss unserer Wissensgesellschaft. Doggy digger lebt nur für den Moment, gräbt in der Erde und sucht nach schwer bekömmlichen Resten aus der Wissenschaft, die bis zum Weltuntergang in neun Monaten erspürt und verdaut werden.

Bild: Oliver Corino Rees


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