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Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. widmet sich der Forschungs- und Erinnerungsarbeit zur Geschichte der Sexualwissenschaft, der Sexualreformbewegung sowie der sexuellen Minderheiten. 1982 in Berlin entstanden, setzt sie sich für die Wiedereinrichtung des von Magnus Hirschfeld 1919 gegründeten Instituts für Sexualwissenschaft ein.

Im Rahmen der Ausstellung “What Would You Say It Is? Nachrichten zum Weltuntergang 2012″ entwickelte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft zusammen mit dem Kuratorinnenkollektiv randomrelevance die Präsentation historischer Schriften zum Thema “Liebe”. Die Auswahl vereint zur Schaffenszeit Hirschfelds (1868-1935) sowie kurz nach seinem Tod erschienene Werke aus Wissenschaft, Aufklärung und Populärkultur. Einige dieser Bücher sind von Hirschfeld selbst verfasst und beinhalten seine wichtigsten sexualwissenschaftlichen Positionen, wie die “Theorie der sexuellen Anziehung”. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit versuchte er, den Kampf für sexuelle Selbstbestimmung, Entpathologisierung und Entkriminalisierung sexueller Minderheiten, auf eine naturwissen-
schaftliche Grundlage zu stellen. Zusammen mit den anderen bis 1932 veröffentlichten Werken geben sie Einblicke in den Stand der sexualwissenschaftlichen Diskurse jener Zeit. 1933 wurden Hirschfelds Schriften durch die Nationalsozialisten verboten, seine Publikationen anlässlich der Bücherverbrennung am 10. Mai öffentlich verbrannt und das von ihm gegründete Institut für Sexualwissenschaft vandalisiert und geschlossen. Die hier gezeigten Bücher späterer Erscheinungsjahre dokumentieren die Ideologisierungen der Wissenschaften und die Instrumentalisierung der sexuellen Aufklärung für rassistische Ziele in der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Ausstellungsbeitrag der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft zeigt diese Bücher in ihrer Funktion als Artefakte und Zeugen, bewusst ohne ihren gegensätzlichen ideologischen Zielen visuell Ausdruck zu verleihen. Durch die chronologische Reihung von Auszügen aus zentralen Kapiteln der jeweiligen Werke ist es den Besucherinnen und Besuchern überlassen, die Inhalte zu vergleichen. Mit der Präsentation der Bücher unternehmen wir den Versuch, die Gebundenheit von Wissen und (wissenschaftlicher) Wahrheit an Autoritätsstrukturen ins Bewusstsein zu rücken. Gleichzeitig verbindet die Auswahl das Thema Liebe mit der Frage nach ihrer sozialen, kulturellen, historischen und politischen Verfasstheit. Für die Reflektion über die Bedeutung (sexueller) Selbstbestimmung heute und für eine Diskussion darüber, wie wir leben wollen, soll der Beitrag aus dem Archiv der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft interessante Impulse liefern.

Books in Exhibition

Wilhelm Bölsche, Liebesleben in der Natur. Jena 1906
Hanns Martin Elstner, Liebe und Ehe. Dresden 1939
Hans v. Hattingberg, Über die Liebe. München/Berlin 1940
Hanns Heinz Ewers, Arabische Liebeskunst, 1929
Hugo Hertwig, Das Liebesleben des Menschen. Berlin 1940
Magnus Hirschfeld, Naturgesetze der Liebe. Leipzig 1914
Magnus Hirschfeld, Richard Linsert, Liebesmittel. Berlin 1930
Max Hodann, Geschlecht und Liebe. Berlin 1932
S. Jessner, Körperliche und seelische Liebe. Leipzig 1924
Ludwig Levy-Lenz, Hexenkessel der Liebe. Leipzig 1931
Richard Linsert, Kabale und Liebe. Über Politik und Geschlechtsleben. Berlin 1931
Paolo Mantegazza, Hygiene der Liebe. Berlin 1924 (Igiene dell’amore. Mailand 1877)
Paolo Mantegazza, Physiologie der Liebe. Berlin o.J.
(Fisiologia dell’amore. Mailand 1873)
Hannelore Palkow, Liebeslexikon von A-Z. Leipzig 1933



Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft_Bücher-zur-LiebeMagnus-Hirschfeld-Gesellschaft_Bücher-zur-LiebeMagnus-Hirschfeld_Geschlechtskunde_Bilderteil.-Stuttgart-1930
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft_Bücher-zur-Liebe

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Magnus-Hirschfeld_Geschlechtskunde_Bilderteil.-Stuttgart-1930

Magnus-Hirschfeld_Geschlechtskunde_Bilderteil.-Stuttgart-1930